Das Frankfurter Netzwerk »Solidarisch trotz Corona« fordert einen sofortigen Mietenstopp, die dezentrale Unterbringung von Geflüchteten und ruft weiterhin zu nachbarschaftlicher Unterstützung auf. »Von den staatlichen Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus sowie den zu erwartenden wirtschaftlichen Folgen sind nicht alle gleichermaßen betroffen«, erklärte Zara Quany, Mitgründerin des Netzwerks »Solidarisch trotz Corona«. Quany weiter: »Die Politik und auch die Stadt Frankfurt muss gesellschaftlich ohnehin schon marginalisierte Gruppen besonders schützen.«

In der kommenden Wirtschaftskrise müssen viele Menschen mit Einbußen rechnen. Bereits jetzt kämpfen prekär Beschäftigte, Selbstständige und Studierende um ihre wirtschaftliche Existenz. »Wir fordern ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle, die sonst nicht über die Runde kommen«, erklärte Quany. Die Wirtschaftskrise dürfe nicht auf dem Rücken der Beschäftigten abgewälzt werden. »Dazu gehört auch ein sofortiger Mietenstopp oder zumindest eine Reduzierung der Miethöhe«, sagte Quany.

Zudem solle die Stadt Frankfurt geeignete Gewerbeflächen und leerstehenden Wohnraum beschlagnahmen und wohnungslosen Menschen kostenlos zur Verfügung stellen. »Die Stadt muss wohnungslosen Menschen jetzt ein festes Dach über dem Kopf zur Verfügung stellen und eine gute Gesundheitsversorgung sicherstellen, zum Schutz der Menschen, aber auch um eine weitere Verbreitung zu verlangsamen«, erklärte Quany.

Das Netzwerk forderte außerdem die sofortige Auflösung von Sammelunterkünften und eine dezentrale Unterbringung von Geflüchteten. »Die Einschränkung der Bewegungsfreiheit trifft nicht alle gleichermaßen«, erklärte Quany. »Geflüchtete in Sammelunterkünften müssen mit vielen Menschen auf kleinem Raum leben. Das erhöht die Ansteckungsgefahr und den psychischen Stress bei einer möglichen Quarantäne. Unsere Solidarität kennt keine Grenzen.« Das Netzwerk stelle sich außerdem rechten Ressentiments entgegen und fordere die sofortige Evakuierung der Flüchtlingslager an den europäischen Außengrenzen, erklärte Quany.

Infos über das Netzwerk

Das Netzwerk »Solidarisch trotz Corona« ist ein Zusammenschluss von Einzelpersonen, Freundeskreisen sowie linken Gruppen und Stadtteilläden. Inzwischen gehören dem Netzwerk mehr als 2.000 Menschen an, die sich in verschiedenen Ortsgruppen engagieren. »Solidarisch trotz Corona« will eine Nachbarschaftshilfe etablieren, in der sich Frankfurter*innen während versuchten Eindämmung des Coronavirus gegenseitig helfen. Das Netzwerk hat ein antirassistisches Selbstverständnis und tritt in Zeiten rechter Hetze und autoritären Zuspitzungen für ein gemeinschaftliches Miteinander ein.

Ansprechpartnerin für die Presse

Zara Quany, Telefon: 069 348690696